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_ Interview mit Alex Jacob
   Senator e.h., Honorar-General-Konsul von Rumänien

Der Gründer und erste Vorsitzende des Vereins »Aktion Augenlicht e.V.«
Alex Jacob, hat sich seit zehn Jahren der Hilfe der »Ärmsten aller Armen« verschrieben. Als Honorar Generalkonsul von Rumänien ist er auf das Schicksal der Straßenkinder und deren Krankheiten aufmerksam geworden.

Herr Jacob, gab es einen Auslöser für Ihr Engagement – ein Schicksal, das Sie besonders berührte?

Jacob: Hautnah habe ich im Juli 1996 erlebt, wie Menschen unwürdig und erbärmlich die Kinder am Bukarester Bahnhof und in den Katakomben umringt von Ratten dahinvegetierten. Die Bordsteinkante war ihr zu Hause, der Brunnen ihr Badezimmer.
Da entschied ich mich, diesen Kindern helfen.

Das war sicherlich keine einfache Aufgabe. Konnten Sie im Amt als Honorar Generalkonsul von Rumänien etwas steuern?

Jacob: Meine konsularische Tätigkeit hat mir Tür und Tor geöffnet, ohne dieses Amt wäre es mir nie gelungen, Aktion Augenlicht so erfolgreich umzusetzen. Dennoch begab ich mich anfangs in große Gefahrensituationen, habe Raubüberfälle erlebt und mein letztes Taschengeld den Kindern gegeben, damit sie etwas zu Essen bekamen. Teilweise konnte ich das Parkhaus am Flughafen nicht mehr bezahlen.

Wenn Sie auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicken, was haben Sie erreicht?

Jacob: Insgesamt 400 Augenoperationen sind durch mich koordiniert worden, 400 Kinder habe ich erlebt, die ungläubig staunten, dass sich jemand für Sie einsetzt. Es ist einzigartig in der Geschichte Rumäniens, dass eine Hilfsorganisation sich so für die Straßen- und Heimkinder einsetzt. Inzwischen habe ich in Sebes eine Non-Profit-Einrichtung mit 21 Augenärzten gegründet, damit sich die Kinder noch sieben Jahre nach der Operation kostenlos untersuchen lassen können.

Berichten Sie kurz von den Helfern in Rumänien.

Jacob: Da ist die Rentnerin und Krankenschwester, die das »Haus Lebensquelle« in Timisoara eröffnet hat und dort sechs behinderte Kinder betreut.
Da ist die Augenärztin in Siebenbürgen, die Schulkinder in der gesamten Umgebung untersucht und so auf das Schicksal des vierjährigen Rares aufmerksam wurde:
weil seine Windpocken falsch behandelt wurden, erblindete der kleine Junge. Und da ist der Caritasverband in Blaj mit seinem Großerzbischof, der die kleinen Patienten so schnell wie möglich an unseren Verein weiterleitet, damit ihnen geholfen wird. Es sind so viele Menschen, die uns unterstützen.

Warum sind gerade so viele Kinder von kranken Augen betroffen und welche Krankheiten erleiden sie?

Jacob: Die unhygienischen Verhältnisse sind sicherlich eine Ursache dafür, dann die mangelnde Ernährung, aber auch die wenig humanen Verhältnisse, die das Leben auf der Straße mit sich bringen, sprich Verletzungen und Krankheiten. Die Menschen erblinden aufgrund des grauen und grünen Stars, Vitamin A-Mangel, diabetische Netzhauterkrankungen, unkorrigierte Refraktionsfehler sowie ansteckende Binde- und Hornhautentzündungen. 30% der Kinder sind von Augenproblemen betroffen.

Was bedeutet es Ihnen, sehen zu können?

Jacob: Ich möchte lieber sterben als blind zu sein. Nicht mehr das Gelb der Blume oder das Grün der Bäume zu sehen, stelle ich mir unerträglich vor.