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In der nachkommunistischen Zeit konnte sich Rumänien nur langsam von den Folgen jahrzehntelanger Diktatur und Misswirtschaft erholen. Rumänien ist nach wie vor eines der ärmsten Länder Europas. Z.B. betragen die Ausgaben für Gesundheit pro Einwohner in Rumänien jährlich nur etwa 120 Euro (Deutschland: 2.900 Euro). Im Jahr 2007 wanderten vor allem wegen der niedrigen Bezahlung etwa 4000 (d.h. ca. jeder zehnte) Mediziner aus.
Am meisten betroffenen sind ältere Menschen, Kinder und Jugendliche und hier ganz besonders behinderte Kinder. Allein in Bukarest leben ca. 3.000 bis 5.000 Straßenkinder. Manche dieser Kinder sind gerade mal vier bis fünf Jahre alt. In Rumänien leben zirka 60.000 behinderte Kinder und zirka 90.000 Kinder, die in Heimen untergebracht sind.
Fast alle diese Kinder kommen aus armen oder zerrütteten Familien oder ihre Eltern sind mit der Betreuung überfordert. Es sind vor allem die behinderten Kinder denen eine Abschiebung in ein Heim droht, da viele Eltern ratlos oder durch eine solch schwierige Situation überfordert sind. Es mangelt an fachgerechten Betreuungseinrichtungen, die ein Behindertenleben wesentlich erleichtern könnten und Operationen unterbleiben mangels fachgerechter Beratung und fehlender finanzieller Mittel.
In Anbetracht der leidvollen und traurigen Situation der Kinder, insbesondere der behinderten Kinder, haben wir einen sofortigen Handlungsbedarf erkannt. Wir haben versucht, uns auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren. In vielen Fällen ist eine Erblindung, ein drohender Verlust des Augenlichts oder eine Sehbehinderung durch wirksame Gesundheitsmaßnahmen und entsprechende Behandlungsmethoden vermeidbar oder sogar zu heilen.

_ Koordination von Augenoperationen und -behandlungen

Bisher konnten insgesamt 400 Augenoperationen in Rumänien durch den Einsatz von Aktion Augenlicht koordiniert werden. In Sebes wurde eine Non-Profit-Einrichtung mit 21 Augenärzten gegründet, damit sich die Kinder noch sieben Jahre nach der Operation kostenlos untersuchen lassen können.
In Zusammenarbeit mit dem Caritasverband in Blaj (bzw. dessen Großerzbischof) und einer Augenärztin in Siebenbürgen, die Schulkinder in der gesamten Umgebung untersucht, können kleinen Patienten so schnell wie möglich an unseren Verein weiterleitet werden, damit ihnen geholfen wird.

_ Blinden-Behindertenwerkstatt

2008 eröffnete Aktion Augenlicht eine Blinden-Behindertenwerkstatt
für über 40 blinde und behinderte Straßenkinder im Armenviertel von Blaj.

_ »Haus Lebensquelle«

Aktion Augenlicht unterstützt das »Haus Lebensquelle« in Timisoara. Hier wird die Betreuung sechs behinderte Kinder sicher gestellt.

_ Kooperation mit INTERPLAST

INTERPLAST – Germany e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für plastische Chirurgie in Entwicklungsländern. Dr. André Borsche von der Sektion Bad Kreuznach, stellt seine Arbeitskraft als erfahrener plastischer Chirurg zur Verfügung und operiert unentgeltlich Patientinnen und Patienten aus und in Entwicklungsländern.
Durch diese Kooperation konnte z.B. einem völlig verzweifelten Patienten aus Rumänien geholfen werden. Durch Verbrennung war sein Gesicht und ein Auge völlig zerstört. Die erste Operation erfolgte 2007 im Diakonie-Krankenhaus Bad Kreuznach. Nach intensiver Therapie konnte er nach Rumänien zurückkehren. Weitere erforderliche Operationen sollten in Rumänien folgen. Im April 2008 reiste Borsche zusammen mit Oberärztin Dr. Petronela Monticelli-Mayer von der Plastischen Chirurgie des Diakonie-Krankenhauses nach Cluj (Hermannstadt), wo sie an der Universitätsklinik als willkommene Gäste vor Ort wirken konnten. In einer 4-stündigen Operation wurde bei dem Patienten aus Wangenhaut und Rippenknorpel eine neue Nase transplantiert, so dass er nun wieder frei atmen kann. Der Leiter der Plastischen Chirurgie in Cluj, Dr. Lucian Fodor, war über die unproblematisch realisierte Zusammenarbeit ganz begeistert.
Wir haben nun den Patienten noch einmal im Herbst nach Bad Kreuznach eingeladen und wollen ihm eine Augenprothese für das durch den Unfall verlorene Auge besorgen.
Auch in Zukunft werden wir die rumänischen Ärzte mit chirurgischen Nahtmaterial und Instrumenten unterstützen, da es leider immer noch an vielen Materialien mangelt, die für eine reguläre Patientenversorgung benötigt werden.