_ TSCHETSCHENIEN
Abgesehen davon, dass das gesamte Land noch immer von Minen verseucht ist und viele Kinder bereits während des Krieges unendliches Leid an Körper und Seele erfuhren, ist es noch immer an der Tagesordnung, dass Kinder durch Minen verletzt und Gliedmassen abgetrennt werden oder Minensplitter die Augen verletzen. Tagtäglich verursacht die liegen gebliebene Munition grausame Verstümmelungen. Scheinbar harmlose Spielsachen und Gegenstände, die zu Minen mit tödlichem Inhalt umfunktioniert wurden, detonieren und hinterlassen ihre grausamen Spuren im Leben dieser Kinder.
_ Koordination von Augenoperationen und -behandlungen
2005 konnten durch die Vermittlung von Alex Jacob 16 blinde Minenopfer aus Grozny/Tschetschenien im Alter von 3 bis 18 Jahren in einer Moskauer Augenklinik behandelt werden. Durch entsprechende Operationen konnte ihnen das Augenlicht zurück gegeben werden.
Im April 2006 ist es durch lange und zähe Verhandlungen mit der russischen Föderation Generalkonsul Alex Jacob gelungen, als erster nach dem Krieg mit einem 11-köpfigen internationalen Ärzteteam in Grozny, Tschetschenien einzureisen.
Dieses Gemeinschaftsprojekt Aktion Augenlicht e.V. und Interplast Germany e.V. wurde von Herrn Hon.-Generalkonsul Alex Jacob arrangiert und von dem Präsident von Interplast, Herrn Dr. André Borsche mit seinem Ärzteteam in Grozny durchgeführt.
Insgesamt wurden 253 Operationen vor Ort durchgeführt.
Alex Jacob plant darüber hinaus eine noch nie da gewesene Aktion. Ca. 100 blinde, bzw. an den Augen erkrankte Kinder aus Tschetschenien sollen in der Moskauer Federov-Klinik behandelt werden.
_ Zusammenarbeit mit Spasiom Pokolenie
Damit diese verletzten, verstümmelten Kinder nicht zu einer verlorenen Generation werden, arbeiten wir mit Spasiom Pokolenie (Übersetzung: Lasst uns diese Generation retten!) zusammen. Spasiom Pokolenie ist eine Organisation in Tschetschenien, die sich um diese behinderten Kinder kümmert und versucht, mit bescheidenen Mittel eine Zukunft für diese Kinder zu ermöglichen. Unser Ziel ist es zumindest die körperlichen Behinderungen, soweit wie möglich, zu mindern.
_ zur Situation in Tschetschenien
In Tschetschenien herrscht seit Jahren Krieg. Der Bevölkerung widerfährt unvorstellbares Leid, gepaart mit unmenschlicher Grausamkeit, .
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 wollte Tschetschenien die Unabhängigkeit erlangen, woraufhin die russische Armee 1994 die tschetschenische Republik besetzte. Ein Krieg folgte, der bis 1996 andauerte. Ein Abkommen zwischen der russischen Föderation und Tschetschenien beinhaltete, dass Russland das Land nie wieder besetzen würde und eine Lösung bezüglich der Unabhängigkeit binnen 5 weiterer Jahre gefunden werden sollte. 1999 marschierte die russische Armee erneut in Tschetschenien ein und diese unmenschliche Situation setzt sich bis zum heutigen Tag fort.
Was der Krieg nicht schaffte, schaffen die Hinterlassenschaften des Krieges.
Das gesamte Land ist verseucht mit Minen. Die Felder können nicht genutzt werden, da sie mit Minen übersät sind. Tschetschenien ist heute ein Land der Witwen, Waisen und behinderten Kriegsopfer. Katastrophale Lebensbedingungen führen zu Erkrankungen wie Tuberkulose, Hepatitis A und Infektionen. Die aktuellen Lebensbedingungen, die Gewalttätigkeit, die Minensituation haben unzählige Opfer gefordert.
Wie immer trifft es die Kinder am Schlimmsten. Tausende Kinder wurden getötet oder haben Gliedmaßen verloren, erlitten Verbrennungen und Verletzungen an den Augen aufgrund von Explosionen und Minensplitter. Ahnungslos traten sie auf eine Mine, hoben Munition oder als Spielzeug getarnte Minen auf.